|
Der Verein im Zeitraffer :
Gegründet 1949
Schon vor dem 2.Weltkrieg wurde in Durmersheim Schach gespielt. Die französischen Besatzungsmächte genehmigten aber erst am 5.Mai 1949 die Vereinsgründung. Die Gründungsmitglieder waren Josef Tritsch, Heinrich Rummel, Heinrich Koffler, Amand Brauner, Herbert Dreithaler, Ronald Kessler und Friedrich Oehler. Die Gründungsversammlung fand im Gasthaus zum Hirsch statt. Damals waren viele Aktive bei der Firma Möbel-Moser und der SIKA beschäftigt. Erster Vorsitzender war Amand Brauner. Zwei Mitglieder der ersten Stunde, Werner Heck und Hermann Kistner, spielen auch in 2007 noch in der Verbandsrunde mit. Nach dem ‘Hirsch’ und der ‘Blume’ sollte über viele Jahre das Gasthaus Schiff das Domizil der Schachspieler bleiben.
Im Jahre 1955 hat der Schachclub auf dem Fußballplatz des FC-Phönix 06 ein lebendes Schachspiel vorgeführt, das mit selbst gebastelten Figuren einen historischen Anblick bot.
Sportlich ging es auch aufwärts. 1952 gelang der Aufstieg aus der Kreisklasse in die Bezirksklasse. 1954 wird in den Analen die Meisterschaft in der Bezirksklasse erwähnt und 1964 der Aufstieg in die Bereichsklasse. Dieser konnte anscheinend nicht wahrgenommen werden, weil die Spieler nicht bereit waren sonntags ans Brett zu gehen. 1970 war es dann soweit die Bereichsklasse war geschafft und die Mannschaft war auch einsatzbereit. In dieser Zeit waren Peter Reifschneider und Günter Grünke die sportlichen Motore im Club. Damals gingen auch Friedrich Oehler, Josef Elsland, Franz Völlinger und Rektor Schmidt noch ans Brett.
In der Folgezeit gab es einen starken Zulauf von jungen Spielern, die bis heute den Verein prägen. Angefangen bei Klaus Müller, Hubert Weßbecher, Wolfgang Burkart, Bertram Kölbli, Franz Josef Elsland und Klaus Jürgen Schlager, um nur einige zu erwähnen. Der Verein hatte immerhin schon 19 Mitglieder.
1976 übernahm Werner Schlager die Vereinsführung. Mit zwei Unterbrechungen durch Bernd Sauer führte er den Verein bis 2007. In den Anfängen seiner Amtszeit entwickelte sich ein sehr erfolgreiches Jugendschach, was letztendlich die Grundlage der ‘Goldenen 80er’ war.
1978 schaffte man als Zweiter hinter Rastatt/Rheinau den Aufstieg in die Landesliga. Auf 43 Mitglieder war der Verein schon angewachsen. Das Vereinsturnier wurde ab 1974 in zwei Gruppen gespielt und es gab eine Auf/Abstiegsregelung.
Es begannen die tollen Duelle gegen Hörden um den Aufstieg in die Verbandsliga. Sie schafften es 1980. Wir folgten 1981. Sensationell folgte auch die zweite Mannschaft in die Landesliga. In der ersten Saison schaffte man den dritten Platz in der Verbandsliga und die Zweite erreichte den fünften Rang. Elf Jahre konnte die erste Mannschaft die Verbandsliga halten und stand kurz vor dem Aufstieg in die Oberliga. Die zweite Mannschaft hatte einen sicheren Platz in der Landesliga. Die Zeit war geprägt durch die rasch zunehmende Spielstärke der eigenen Jugend, Freddy Reichel, Thomas Richter, Christian Bossert, Matthias Menge, Bernd Sauer, Matthias Hermann und Kurt Busch, sowie den Neuzugängen Gerhard Alberts und der Schachlegende Helmut Wolf. Unterstützend wirkte das sehr starke Vereinsturnier, was die Vereinsabende sehr effektiv machte.
Legendär war der Mannschaftspokal 1984 als man auf badischer Ebene im ¼-Finale den Bundeslegisten Zähringen aus dem Rennen warf. Im Halbfinale war dann Endstation gegen Eppingen, wo man seine Haut aber auch teuer verkaufte.
Durmersheim hatte während seiner Verbandsligazeit den schönsten Austragungsort seiner Mannschaftskämpfe in ganz Südbaden. Wir hatten an den Sonntagen den Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung zu Verfügung. Dieses Ambiente trug mit Sicherheit auch zu den damaligen Erfolgen bei.
Die erfolgreiche Verbandsligazeit war aber auch mit weiten Fahrten verknüpft. Zur Stützung der Vereinskasse wurde damals das Waldfest ins Leben gerufen. Es war der selbst gemachte Schwartenmagen von Reinhard Leibbrand, der immer wieder viele Gäste in die Bärentriewerhütte in den Hardtwald lockte.
Eines Tages musste man erkennen, dass das geliebte ‚Schiff’ nicht mehr als Vereinslokal geeignet war. Der immer größer werdende Gästezulauf und der groß gewordene Schachclub passten nicht mehr zusammen. Es war eine schöne Zeit mit Maria und Oskar Becker. Auch Mathilde mit ihrem Großmeistergedächtnis soll nicht vergessen werden. Es wurde eine kurze Suche nach einer neuen Lokalität.
Man wurde schnell fündig, da man nur über die Straße gehen brauchte und die nächsten Jahre im Kreuz seine Zelte aufschlagen konnte. Leider war das Kreuz schon auf dem absteigenden Ast und über den Umweg Kindergarten landeten wir schließlich im Alten Kino, dem Sitz der kulturellen Vereine.
Irgendwann erreicht jede Entwicklung ihren Zenit und leider auch ihren Wendepunkt zu schlechteren Zeiten. Die Nachwuchsarbeit brachte viele kreative Köpfe hervor, die auf der einen Seite sehr gute Schachspieler wurden, und zum Glück auf der anderen Seite auch erfolgreiche berufliche Karrieren starteten. Leider zog es sie nach ihrer Ausbildung an andere Wohnorte, wobei sie häufig noch zu den Spielen anreisten. Da die Verbandsrunde aber über den Winter läuft, beendeten doch alle die Pendelei. So verloren wir über die Jahre Peter Reifschneider, Bertram Kölbli, Freddy Reichel, Thomas Richter und Bernd Sauer. Zu allem Überfluss wechselten Helmut Wolf, Kurt Busch, Matthias Menge, Christian Bossert, Matthias Hermann und Andreas Manz zu anderen Vereinen. Parallel dazu brachte das Jugendschach nicht mehr so viele Talente hervor, um diesen Aderlass zu kompensieren. Jens Hermann sollte bis heute der Letzte gewesen sein, der es vom Anfänger bis ans Brett eins schaffte.
Die Auflösung des Bietigheimer Schachclubs 1990 brachte einige Spieler nach Durmersheim, was dann bis 2000 die letzte Verstärkung bedeutete. Paul Ganz, Carsten Funk und Uli Fitterer sind auch heute wichtige Stützen.
Von 1993 kämpfte die erste Mannschaft tapfer in der Landesliga und die zweite Mannschaft pendelte zwischen Bereichs-und Bezirksklasse. 2000 gelang sogar noch einmal der Aufstieg in die Verbandsliga. Um eine konkurrenzfähige Mannschaft zu bekommen, hat Hubert Weßbecher eine Kooperation mit dem Schachclub Illkirch/Graffenstaden im Elsaß gestartet. Die Regeln erlauben, dass man sich gegenseitig verstärkt. So fanden sich dann die Gastspieler Eric Machin, Walter Hertzog und Jean-Marie Colonel in unseren Reihen, während Hubert Weßbecher, Gerhard Alberts und Franz Josef Elsland im Elsaß aushelfen.
Zum Rundenbeginn verließ nach eine alten Tradition unser Brett 1 Jens Hermann den Verein. Die Verbandsliga hatte sich in den 90ern zu einer sehr starken Liga entwickelt, die zum Teil mit IMs aus den Nachbarländern besetzt war. Wir hatten keine echte Chance und mussten direkt zurück in die Landesliga.
Eventuell geht die Generalversammlung am 11.7.2003 als ein erneuter Wendepunkt in die Analen des Schachclubs ein. Kurz vor der Auflösung befindlich wurden alle Resourcen auf eine intensive Jugendarbeit geworfen. Die Trainer Hubert Weßbecher und Paul Ganz haben zusammen mit Michael Bauer und Jürgen Heyse eine Gruppe von 40 Kindern und Jugendlichen erreicht, die das Schachspiel erlernen wollen.
In der Saison 2006/2007 musste der letzte Tiefschlag verkraftet werden. Ohne Erich Machin war die Landesliga nicht mehr zu halten und es Stand der Abstieg in die Bereichsklasse an.
Mit fünf Mannschaften startet der Schachclub in die Saison 2007/2008. Das Durchschnittsalter der ersten Mannschaft liegt bei ca. 50 Jahren, das der fünften Mannschaft bei ca. 12 Jahren. Der Verein hat 89 Mitglieder und wird seit diesem Jahr von Gerhard Alberts geführt.
|